CHASING GHOSTS - BLUTIGE SPUREN
SENATOR HOME ENTERTAINMENT
Hurra, endlich mal wieder ein klischeetriefender US-Krimi, der nibelungentreu die Grenzen des typischen Ermittlerfilms einhält und dazu noch eine tolle Vollbedienung für Leute liefert, die einfach mal für zwei Stunden den Kopf auf investigative Tätigkeit umschalten wollen. Zur Story: Wer ist denn nun dieser dubiose Mörder, der Detective Harrison bei jedem Todesfall, der im Zusammenhang mit dem Tod seines eigenen Partners vor zwei Jahren in Zusammenhang zu stehen scheint, immer neue Polaroidbilder liefert? Auch ein einfacher Geist bemerkt das System hinter den Polaroids, die nur Teile eines Puzzles sind, die Harrison selber als Verdächtigen entlarven. Schön auch Michael Madsen in seiner Rolle des ziemlich fertigen Polizeidetektives. Er darf nämlich gleich alle Klischees des US-Kriminalgenres bedienen: Er trägt stets einen abgewanzten (natürlich cremefarbenen) Trenchcoat, er steht kurz vor dem Ruhestand, raucht Kette und macht oberflächlich einen bauernschlauen Eindruck. Ich musste spontan an Columbo denken. Der Zuschauer aber wird den ganzen Film über im Unklaren gelassen, ob Harrison denn nun wirklich seinen ehemaligen Partner ermordet hat. Oder wurde er gezwungen? Im Großen und Ganzen geht der Film in Ordnung. Versteht man ihn als Persiflage, geht er sogar richtig in Ordnung, erreicht aber nie die Oberklasse eines Rodriguez oder Tarantino. EF, 6 von 9 Punkten